hreflang: Sprachversionen richtig verknüpfen
hreflang ist eine Angabe im Quelltext, die Google zeigt, welche Sprach- und Länderversionen einer Seite es gibt. Google kann damit Nutzern die passende Fassung anzeigen, etwa die deutsche Seite in Deutschland und die russische Seite für russischsprachige Suchende. hreflang ist ein Hinweis, keine Anweisung.
Stand: September 2026 · Lesezeit: 4 Min. · Mykola Vyshnevskyi
Wie funktionieren hreflang-Tags?
Jede Sprachversion einer Seite nennt im Quelltext sich selbst und alle anderen Versionen, jeweils mit einem Sprachcode. Google bietet dafür drei gleichwertige Wege an: link-Elemente im HTML-Kopf, einen HTTP-Header (praktisch für PDFs) oder Einträge in der XML-Sitemap. Wichtig ist nur, dass Sie einen Weg konsequent nutzen.
Der Sprachcode folgt der Norm ISO 639-1, also de, en oder ru. Optional kommt ein Ländercode dazu: de-AT für Deutsch in Österreich, de-CH für die Schweiz. Ein Ländercode allein ist ungültig. Für Besucher, deren Sprache keine Version abdeckt, gibt es den Wert x-default.
Welche hreflang-Fehler sind am häufigsten?
- Fehlende Rückverweise: Die deutsche Seite verweist auf die englische, die englische aber nicht zurück. Laut Google werden die Angaben dann ignoriert. Das ist der häufigste Grund, warum hreflang „nicht funktioniert“.
- Falsche Codes:
atstattde-AToderen-UKstatten-GB. Der Code für Großbritannien lautet nach ISO-NormGB. - Widersprüchlicher Canonical: Jede Sprachversion sollte per Canonical-Tag auf sich selbst zeigen, nicht auf die deutsche Hauptversion. Sonst sagt der Canonical „nimm die andere Seite“, während hreflang „beide sind gleichwertig“ sagt.
- Halb übersetzte Seiten: Google behandelt Sprachversionen nur dann als Duplicate Content, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt. Übersetzte Navigation mit deutschem Text darunter reicht nicht.
hreflang prüfen: So machen Sie den Check
Öffnen Sie den Quelltext einer Seite (im Browser mit Strg+U, am Mac mit Cmd+Option+U) und suchen Sie nach „hreflang“. Dann prüfen Sie vier Punkte:
- Beide Richtungen: Jede Sprachversion nennt sich selbst und alle anderen. Öffnen Sie dazu auch die verlinkte Version und schauen Sie, ob sie zurückverweist.
- x-default: Eine Rückfallversion ist angegeben, meist die Hauptsprache.
- Gleiche URL-Form: Die Adressen in den Tags stimmen exakt mit den echten URLs überein, inklusive https und Schrägstrich am Ende. Eine Adresse, die erst weiterleitet, schwächt die Angabe (Praxis-Empfehlung).
- Canonical passt: Der Canonical-Tag jeder Version zeigt auf sie selbst, nicht auf eine andere Sprache.
<link rel="alternate" href="https://neurank.de/seo-audit/" hreflang="de" /> <link rel="alternate" href="https://neurank.de/ru/audit-saita/" hreflang="ru" /> <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://neurank.de/seo-audit/" />
Die russische Seite enthält dieselben drei Zeilen. Erst dieser Rückverweis macht die Angabe für Google gültig.
Bei vielen Seiten lohnt ein Crawler wie Screaming Frog, der fehlende Rückverweise und ungültige Codes für die ganze Website auflistet.
Braucht Ihre Website hreflang?
Nur wenn es dieselben Inhalte in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder gibt. Eine rein deutschsprachige Website braucht kein hreflang. Google erkennt die Sprache einer Seite ohnehin selbst, hreflang dient nur dazu, zwischen vorhandenen Versionen die richtige auszuspielen.
Ein Sonderfall sind Angebote für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Unterscheiden sich die Seiten nur in Nuancen, genügt meist eine deutsche Version. Unterscheiden sie sich in Preisen, Währung oder Versand, wie bei vielen Online-Shops, sind getrennte Versionen mit de-DE, de-AT und de-CH sinnvoll. Manche Systeme erzeugen die Angaben selbst: TYPO3 bei sauber konfigurierten Sprachen, WordPress über Übersetzungs-Plugins wie Polylang oder WPML.
Vertiefung: hreflang und andere technische Grundlagen: Technisches SEO.
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