Original-Studie · Stand: Juni 2026

Wie sichtbar sind deutsche KMU in ChatGPT & Perplexity?

NeuRank hat 800 lokale Suchanfragen an zwei KI-Systeme gestellt — für 10 Branchen in 20 deutschen Städten, von Berlin bis Schwäbisch Hall. Das Ergebnis: KI empfiehlt konkret, sie empfiehlt oft — und sie holt ihre Empfehlungen aus Quellen, die viele Unternehmen nicht pflegen.

800
Anfragen

10
Branchen

20
Städte

3.029
genannte Firmen

Die 5 wichtigsten Ergebnisse

Key Findings

100 %

der Antworten nennen konkrete Unternehmen — im Schnitt 5,2 pro Antwort. Die KI „traut sich“ längst.

38 %

der ChatGPT-Quellen sind Google-Maps-Links. Wer dort unsichtbar ist, existiert für ChatGPT kaum.

30,5 %

der Perplexity-Quellen sind Bewertungsportale — allen voran werkenntdenbesten.de, Gelbe Seiten, Das Örtliche.

98 %

der genannten Firmen existieren nachweislich. Nur 0,5 % nicht auffindbar — Halluzinationen sind fast ausgestorben.

20 %

Disclaimer-Quote in Großstädten — doppelt so hoch wie in Klein- und Mittelstädten. Das Großstadt-Paradox.

Hintergrund

Warum diese Studie?

Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen nicht mehr in einer Suchleiste, sondern in einem Chatfenster. Wer „Welcher Zahnarzt in Bochum ist empfehlenswert?“ fragt, bekommt keine zehn blauen Links — sondern eine Antwort mit drei bis sechs Namen. Für kleine und mittlere Unternehmen entsteht damit eine neue Sichtbarkeitsfrage: Steht mein Betrieb in dieser Antwort — oder der Wettbewerber?

Während es zu klassischem SEO unzählige Daten gibt, fehlten für den deutschen Mittelstand bislang belastbare Zahlen zur KI-Sichtbarkeit. Diese Studie schließt die Lücke mit einem einfachen, reproduzierbaren Ansatz: echte Verbraucherfragen, echte Städte, echte Branchen — und eine systematische Auswertung dessen, was die KI antwortet.

Transparenz

Methodik

ZeitraumJuni 2026 (eine Erhebungswelle)
Anfragen800 (400 pro System) — 10 Branchen × 20 Städte × 2 Formulierungen
BranchenZahnarzt, Rechtsanwalt (Familienrecht), Steuerberater, SHK, Physiotherapie, ital. Restaurant, Immobilienmakler, Kfz-Werkstatt, Friseur, Elektriker
Städte5 Großstädte, 10 Mittelstädte, 5 Kleinstädte — von Berlin bis Schwäbisch Hall
SystemePerplexity (API, Modell „sonar“) · OpenAI (gpt-4o-mini mit Websuche — Näherung an ChatGPT Search)
AuswertungAutomatische Kodierung (LLM) mit manueller Stichprobenprüfung (12/12 korrekt); Quellen-Klassifikation regelbasiert
VerifikationZufallsstichprobe von 401 genannten Firmen, Existenzprüfung per Websuche, kritische Fälle handgeprüft

Limitationen (offen): API-Modelle entsprechen den Consumer-Produkten nicht 1:1. KI-Antworten sind nicht deterministisch. Eine Erhebungswelle = Momentaufnahme Juni 2026.

Query-Korpus als CSV herunterladen · Rohdaten für Presse & Forschung auf Anfrage: info@neurank.de

Ergebnis 1

Die KI empfiehlt. Konkret und reichlich.

In allen 800 Antworten wurden konkrete Unternehmen genannt — im Schnitt 5,2 pro Antwort, insgesamt 3.029 unterschiedliche Firmen. Am auskunftsfreudigsten ist die KI bei Rechtsanwälten (Ø 6,2 Nennungen), am zurückhaltendsten bei Elektrikern und Kfz-Werkstätten.

Bemerkenswert: Auch dort, wo die KI einen Disclaimer setzt („eine eindeutige Empfehlung ist schwierig …“), nennt sie anschließend fast immer trotzdem Namen. Der Disclaimer ist Rhetorik — die Empfehlung passiert.

Ergebnis 2

Zwei KIs, zwei Welten

ChatGPT (mit Websuche) stützt seine lokalen Empfehlungen massiv auf Google Maps: 38 % aller Quellverweise sind Maps-Links, klassische Bewertungsportale tauchen praktisch nicht auf (0,6 %). Perplexity arbeitet umgekehrt: kein Maps, dafür 30,5 % Bewertungsportale — angeführt von werkenntdenbesten.de (269 Verweise), gelbeseiten.de (100) und dasoertliche.de (90).

ChatGPT (mit Websuche)
Perplexity
Google Maps 38,0 %Bewertungsportale 0,6 / 30,5 %Websites & Sonstiges

Für Unternehmen heißt das: Es gibt nicht „die“ KI-Sichtbarkeit. Wer in ChatGPT empfohlen werden will, braucht ein gepflegtes Google Business Profile. Wer in Perplexity auftauchen will, braucht Präsenz und Bewertungen auf den Portalen, die Perplexity liest. Die meisten KMU pflegen — keines von beiden.

Ergebnis 3

Das Großstadt-Paradox

In Berlin, Hamburg und München verweigert die KI in 20 % der Fälle eine klare Empfehlung — in Mittel- und Kleinstädten nur in rund 10 %. Je größer der Markt, desto vorsichtiger die Antwort.

Die Kehrseite ist eine Chance: In kleineren Städten ist der Weg in die KI-Empfehlung kürzer. Ein gut gepflegter Betrieb in Bamberg oder Görlitz wird mit höherer Wahrscheinlichkeit klar empfohlen als derselbe Betrieb in Berlin.

Ergebnis 4

Halluzinationen: selten, aber real

Von 401 stichprobenartig geprüften Firmennennungen existierten 98,0 % nachweislich in der genannten Stadt. 1,5 % existieren, aber an einem anderen Ort — die KI hat sie der falschen Stadt zugeordnet (oft Umland-Betriebe). 0,5 % waren nicht auffindbar.

98,0 %
existieren nachweislich
in der genannten Stadt
1,5 %
existieren — aber in
einer anderen Stadt
0,5 %
nicht auffindbar
(mögliche Halluzination)

Zufallsstichprobe n = 401 · Websuche-Verifikation · kritische Fälle handgeprüft

Einordnung: Die Zeit frei erfundener Firmennamen ist weitgehend vorbei — moderne KI-Systeme mit Websuche halluzinieren bei lokalen Empfehlungen selten. Aber: Wer als Verbraucher einer KI-Empfehlung folgt, sollte Adresse und Existenz kurz gegenprüfen. Und wer als Unternehmen falsch zugeordnet wird, verliert reale Anfragen.

Zitierhinweis: Alle Zahlen und Grafiken dieser Studie dürfen mit Quellenangabe — NeuRank, KI-Sichtbarkeits-Studie 2026, neurank.de/studie-ki-sichtbarkeit-2026/ — frei verwendet werden.

Detailergebnisse

Die Zahlen im Detail

Wie auskunftsfreudig die KI ist, hängt stark von der Branche ab. Bei Rechtsanwälten nennt sie im Schnitt 6,2 Kanzleien pro Antwort und setzt zugleich überdurchschnittlich oft einen Vorsichts-Disclaimer (16,2 %) — ein Muster, das sich bei haftungsnahen Themen durchzieht. Bei Friseuren dagegen empfiehlt sie nahezu ohne Vorbehalt (3,8 % Disclaimer). Elektriker bilden den Sonderfall: wenigste Nennungen, höchste Disclaimer-Quote (22,5 %) — hier scheint die Datenlage im Netz am dünnsten.

BrancheØ genannte FirmenAntworten mit Disclaimer
Rechtsanwalt (Familienrecht)6,216,2 %
Immobilienmakler5,511,2 %
Steuerberater5,312,5 %
Physiotherapie5,26,2 %
Ital. Restaurant5,120,0 %
Friseur5,03,8 %
SHK-Handwerk5,08,8 %
Elektriker4,922,5 %
Zahnarzt4,916,2 %
Kfz-Werkstatt4,810,0 %

Auf Portalseite ist die Konzentration bemerkenswert: werkenntdenbesten.de allein stellt 269 der 1.152 Portal-Zitierungen — mehr als Gelbe Seiten und Das Örtliche zusammen. Wer dort nicht gelistet ist, verliert den wichtigsten Perplexity-Kanal. Branchenspezifische Portale (fachanwalt.de, my-hammer.de) schlagen generische Verzeichnisse in ihrer Nische deutlich.

PortalZitierungen (von 5.645 Quellen)
1. werkenntdenbesten.de269
2. gelbeseiten.de100
3. dasoertliche.de90
4. my-hammer.de79
5. trustlocal.de64
6. yelp.com37
7. tripadvisor.de37
8. fachanwalt.de35

So sieht eine typische KI-Empfehlung in der Praxis aus — konkret, begründet und mit Quellen, denen Verbraucher selten widersprechen:

Beispiel aus den Rohdaten · Perplexity · Juni 2026
„Welche Physiotherapie-Praxis in Wuppertal ist empfehlenswert?“
„Eine empfehlenswerte Physiotherapie-Praxis in Wuppertal ist nach den vorliegenden Treffern vor allem Physiotherapie am Museum oder Therapieraum Wuppertal, je nachdem, ob Ihnen evidenzbasierte, individuelle Behandlung oder interdisziplinäre Betreuung wichtiger ist …“
Typische Antwortstruktur: 2–6 konkrete Praxen mit Begründung und Quellenverweisen — überwiegend Bewertungsportale und Praxis-Websites.
Konsequenzen

Was heißt das für KMU?

1. Google Business Profile pflegen

Vollständig, aktuell, mit Bewertungen — der direkteste Hebel für ChatGPT-Sichtbarkeit.

2. Auf den richtigen Portalen präsent sein

werkenntdenbesten, Gelbe Seiten, Das Örtliche und Branchenportale — Perplexity liest genau diese.

3. NAP-Konsistenz sichern

Name, Adresse, Telefon überall identisch. Falsch zugeordnete Firmen verlieren reale Anfragen.

4. Zitierfähige Inhalte aufbauen

Klare Antworten, FAQ, strukturierte Daten — über 60 % der KI-Quellen sind weiterhin normale Websites.

5. KI-Sichtbarkeit messen

Regelmäßig prüfen, ob das eigene Unternehmen in KI-Antworten auftaucht — z. B. mit dem kostenlosen KI-Check.

Vertiefung: KI-SEO · GEO-Optimierung · kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check

FAQ

Häufige Fragen zur Studie

800 reale Verbraucherfragen (10 Branchen × 20 Städte × 2 Formulierungen) wurden im Juni 2026 an Perplexity (sonar) und OpenAI (gpt-4o-mini mit Websuche) gestellt. Die Antworten wurden automatisch kodiert (mit manueller Stichprobenprüfung) und 401 genannte Firmen per Websuche verifiziert.
Ja, ausdrücklich — alle Zahlen und Grafiken sind mit Quellenangabe „NeuRank, KI-Sichtbarkeits-Studie 2026″ und Link frei verwendbar.
Die beiden meistgenutzten KI-Suchsysteme nutzen völlig unterschiedliche Quellen-Ökosysteme: ChatGPT stützt sich auf Google Maps, Perplexity auf Bewertungsportale. Genau dieser Unterschied ist eines der Kernergebnisse.
Sie sind eine Näherung: Die Studie nutzt gpt-4o-mini mit Websuche über die offizielle API. Das Consumer-Produkt kann abweichen — diese Limitation ist in der Methodik offen dokumentiert.
Der vollständige Query-Korpus steht als CSV zum Download bereit. Antwort-Rohdaten stellen wir Presse und Forschung auf Anfrage zur Verfügung: info@neurank.de.
Ja, eine jährliche Folgewelle ist geplant — der Vergleich 2026/2027 zeigt dann, wie sich KI-Empfehlungen entwickeln.
Die Basis (Google Business Profile, Portale, NAP-Konsistenz) kostet vor allem Sorgfalt. Systematische KI-Suchoptimierung (GEO) gibt es bei NeuRank ab 890 € im Monat — Details unter neurank.de/preise/.
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AUTOR

Mykola Vyshnevskyi

Senior SEO-Spezialist · NeuRank
15+ Jahre SEO-Erfahrung, spezialisiert auf KI-Suchoptimierung (GEO, LLMO) für den Mittelstand.

Wissen, ob die KI Sie empfiehlt?

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