Wie sichtbar sind deutsche KMU in ChatGPT & Perplexity?
NeuRank hat 800 lokale Suchanfragen an zwei KI-Systeme gestellt — für 10 Branchen in 20 deutschen Städten, von Berlin bis Schwäbisch Hall. Das Ergebnis: KI empfiehlt konkret, sie empfiehlt oft — und sie holt ihre Empfehlungen aus Quellen, die viele Unternehmen nicht pflegen.
Sie möchten diese Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen aufbauen? Das übernimmt die KI-SEO-Betreuung von NeuRank.
800
Anfragen
10
Branchen
20
Städte
3.029
genannte Firmen
Key Findings
der Antworten nennen konkrete Unternehmen — im Schnitt 5,2 pro Antwort. Die KI „traut sich“ längst.
der Quellen des OpenAI-Modells (gpt-4o-mini, API mit Websuche) sind Google-Maps-Links. Ein deutliches Indiz für ChatGPT: Wer dort unsichtbar ist, wird kaum empfohlen.
der Perplexity-Quellen sind Bewertungsportale — allen voran werkenntdenbesten.de, Gelbe Seiten, Das Örtliche.
der genannten Firmen existieren nachweislich. Nur 0,5 % nicht auffindbar — Halluzinationen sind fast ausgestorben.
Disclaimer-Quote in Großstädten — doppelt so hoch wie in Klein- und Mittelstädten. Das Großstadt-Paradox.
Warum diese Studie?
Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen nicht mehr in einer Suchleiste, sondern in einem Chatfenster. Wer „Welcher Zahnarzt in Bochum ist empfehlenswert?“ fragt, bekommt keine zehn blauen Links — sondern eine Antwort mit drei bis sechs Namen. Für kleine und mittlere Unternehmen entsteht damit eine neue Sichtbarkeitsfrage: Steht mein Betrieb in dieser Antwort — oder der Wettbewerber?
Während es zu klassischem SEO unzählige Daten gibt, fehlten für den deutschen Mittelstand bislang belastbare Zahlen zur KI-Sichtbarkeit. Diese Studie schließt die Lücke mit einem einfachen, reproduzierbaren Ansatz: echte Verbraucherfragen, echte Städte, echte Branchen — und eine systematische Auswertung dessen, was die KI antwortet.
Methodik
| Zeitraum | Juni 2026 (eine Erhebungswelle) |
| Anfragen | 800 (400 pro System) — 10 Branchen × 20 Städte × 2 Formulierungen |
| Branchen | Zahnarzt, Rechtsanwalt (Familienrecht), Steuerberater, SHK, Physiotherapie, ital. Restaurant, Immobilienmakler, Kfz-Werkstatt, Friseur, Elektriker |
| Städte | 5 Großstädte, 10 Mittelstädte, 5 Kleinstädte — von Berlin bis Schwäbisch Hall |
| Systeme | Perplexity (API, Modell „sonar“) · OpenAI (gpt-4o-mini mit Websuche — Näherung an ChatGPT Search) |
| Auswertung | Automatische Kodierung (LLM) mit manueller Stichprobenprüfung (12/12 korrekt); Quellen-Klassifikation regelbasiert |
| Verifikation | Zufallsstichprobe von 401 genannten Firmen, Existenzprüfung per Websuche, kritische Fälle handgeprüft |
Limitationen (offen): API-Modelle entsprechen den Consumer-Produkten nicht 1:1. KI-Antworten sind nicht deterministisch. Eine Erhebungswelle = Momentaufnahme Juni 2026.
→ Query-Korpus: alle 400 Fragen als CSV herunterladen · Rohdaten für Presse & Forschung auf Anfrage: info@neurank.de
Die KI empfiehlt. Konkret und reichlich.
In allen 800 Antworten wurden konkrete Unternehmen genannt — im Schnitt 5,2 pro Antwort, insgesamt 3.029 unterschiedliche Firmen. Am auskunftsfreudigsten ist die KI bei Rechtsanwälten (Ø 6,2 Nennungen), am zurückhaltendsten bei Elektrikern und Kfz-Werkstätten.
Bemerkenswert: Auch dort, wo die KI einen Disclaimer setzt („eine eindeutige Empfehlung ist schwierig …“), nennt sie anschließend fast immer trotzdem Namen. Der Disclaimer ist Rhetorik — die Empfehlung passiert.
Zwei KIs, zwei Welten
Das OpenAI-Modell (Näherung an ChatGPT mit Websuche) stützt seine lokalen Empfehlungen massiv auf Google Maps: 38 % aller Quellverweise sind Maps-Links, klassische Bewertungsportale tauchen praktisch nicht auf (0,6 %). Perplexity arbeitet umgekehrt: kein Maps, dafür 30,5 % Bewertungsportale — angeführt von werkenntdenbesten.de (269 Verweise), gelbeseiten.de (100) und dasoertliche.de (90).
Für Unternehmen heißt das: Es gibt nicht „die“ KI-Sichtbarkeit. Wer in ChatGPT empfohlen werden will, braucht ein gepflegtes Google Business Profile. Wer in Perplexity auftauchen will, braucht Präsenz und Bewertungen auf den Portalen, die Perplexity liest. Die meisten KMU pflegen — keines von beiden.
Das Großstadt-Paradox
In Berlin, Hamburg und München verweigert die KI in 20 % der Fälle eine klare Empfehlung — in Mittel- und Kleinstädten nur in rund 10 %. Je größer der Markt, desto vorsichtiger die Antwort.
Die Kehrseite ist eine Chance: In kleineren Städten ist der Weg in die KI-Empfehlung kürzer. Ein gut gepflegter Betrieb in Bamberg oder Görlitz wird mit höherer Wahrscheinlichkeit klar empfohlen als derselbe Betrieb in Berlin.
Halluzinationen: selten, aber real
Von 401 stichprobenartig geprüften Firmennennungen existierten 98,0 % nachweislich in der genannten Stadt. 1,5 % existieren, aber an einem anderen Ort — die KI hat sie der falschen Stadt zugeordnet (oft Umland-Betriebe). 0,5 % waren nicht auffindbar.
in der genannten Stadt
einer anderen Stadt
(mögliche Halluzination)
Zufallsstichprobe n = 401 · Websuche-Verifikation · kritische Fälle handgeprüft
Einordnung: Die Zeit frei erfundener Firmennamen ist weitgehend vorbei — moderne KI-Systeme mit Websuche halluzinieren bei lokalen Empfehlungen selten. Aber: Wer als Verbraucher einer KI-Empfehlung folgt, sollte Adresse und Existenz kurz gegenprüfen. Und wer als Unternehmen falsch zugeordnet wird, verliert reale Anfragen.
Zitierhinweis: Alle Zahlen und Grafiken dieser Studie dürfen mit Quellenangabe — NeuRank, KI-Sichtbarkeits-Studie 2026, neurank.de/studie-ki-sichtbarkeit-2026/ — frei verwendet werden.
Die Zahlen im Detail
Wie auskunftsfreudig die KI ist, hängt stark von der Branche ab. Bei Rechtsanwälten nennt sie im Schnitt 6,2 Kanzleien pro Antwort und setzt zugleich überdurchschnittlich oft einen Vorsichts-Disclaimer (16,2 %) — ein Muster, das sich bei haftungsnahen Themen durchzieht. Bei Friseuren dagegen empfiehlt sie nahezu ohne Vorbehalt (3,8 % Disclaimer). Elektriker bilden den Sonderfall: wenigste Nennungen, höchste Disclaimer-Quote (22,5 %) — hier scheint die Datenlage im Netz am dünnsten.
| Branche | Ø genannte Firmen | Antworten mit Disclaimer |
|---|---|---|
| Rechtsanwalt (Familienrecht) | 6,2 | 16,2 % |
| Immobilienmakler | 5,5 | 11,2 % |
| Steuerberater | 5,3 | 12,5 % |
| Physiotherapie | 5,2 | 6,2 % |
| Ital. Restaurant | 5,1 | 20,0 % |
| Friseur | 5,0 | 3,8 % |
| SHK-Handwerk | 5,0 | 8,8 % |
| Elektriker | 4,9 | 22,5 % |
| Zahnarzt | 4,9 | 16,2 % |
| Kfz-Werkstatt | 4,8 | 10,0 % |
Auf Portalseite ist die Konzentration bemerkenswert: werkenntdenbesten.de allein stellt 269 der 1.152 Portal-Zitierungen — mehr als Gelbe Seiten und Das Örtliche zusammen. Wer dort nicht gelistet ist, verliert den wichtigsten Perplexity-Kanal. Branchenspezifische Portale (fachanwalt.de, my-hammer.de) schlagen generische Verzeichnisse in ihrer Nische deutlich.
| Portal | Zitierungen (von 5.645 Quellen) |
|---|---|
| 1. werkenntdenbesten.de | 269 |
| 2. gelbeseiten.de | 100 |
| 3. dasoertliche.de | 90 |
| 4. my-hammer.de | 79 |
| 5. trustlocal.de | 64 |
| 6. yelp.com | 37 |
| 7. tripadvisor.de | 37 |
| 8. fachanwalt.de | 35 |
So sieht eine typische KI-Empfehlung in der Praxis aus — konkret, begründet und mit Quellen, denen Verbraucher selten widersprechen:
Was heißt das für KMU?
1. Google Business Profile pflegen
Vollständig, aktuell, mit Bewertungen — der direkteste Hebel für ChatGPT-Sichtbarkeit.
2. Auf den richtigen Portalen präsent sein
werkenntdenbesten, Gelbe Seiten, Das Örtliche und Branchenportale — Perplexity liest genau diese.
3. NAP-Konsistenz sichern
Name, Adresse, Telefon überall identisch. Falsch zugeordnete Firmen verlieren reale Anfragen.
4. Zitierfähige Inhalte aufbauen
Klare Antworten, FAQ, strukturierte Daten — über 60 % der KI-Quellen sind weiterhin normale Websites.
5. KI-Sichtbarkeit messen
Regelmäßig prüfen, ob das eigene Unternehmen in KI-Antworten auftaucht — z. B. mit dem kostenlosen KI-Check.
Vertiefung: KI-SEO · GEO-Optimierung · kostenloser KI-Sichtbarkeits-Check
Häufige Fragen zur Studie
Mykola Vyshnevskyi
Senior SEO-Spezialist · NeuRank
15+ Jahre SEO-Erfahrung, spezialisiert auf KI-Suchoptimierung (GEO, LLMO) für den Mittelstand.
Wissen, ob die KI Sie empfiehlt?
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