Generische Prompts erzeugen generisches Marketing — und davon gibt es 2026 mehr als genug. Diese Sammlung enthält 25 kopierfertige ChatGPT-Prompts für Strategie, Content, E-Mail, Social Media und Marktforschung, dazu die Formel, nach der Sie eigene bauen. Alle Vorlagen funktionieren auch mit Claude oder Gemini.
Mykola Vyshnevskyi · Juli 2026 · ~9 Min. Lesezeit
ChatGPT-Prompts für Marketing sind Arbeitsanweisungen an die KI — und ihre Qualität entscheidet über die Qualität des Ergebnisses. Dieser Beitrag ist die Praxis-Bibliothek: kopieren, Platzhalter ersetzen, verfeinern. Für Suchmaschinen-Aufgaben gibt es die separate Sammlung ChatGPT-Prompts für SEO, den strategischen Überblick liefert ChatGPT im Marketing.
Ein guter Marketing-Prompt besteht aus vier Bausteinen: Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Fehlt einer, füllt das Modell die Lücke mit Durchschnitt — und Durchschnitt ist im Marketing wertlos.
Wen soll ChatGPT spielen? „Du bist erfahrener E-Mail-Marketer für B2B-Dienstleister.“
Firma, Zielgruppe, Angebot, Ton — alles, was ein neuer Mitarbeiter am ersten Tag wissen müsste.
Eine präzise Anweisung mit Einschränkungen: Was genau, wie viel, was ausdrücklich nicht.
Tabelle, Liste, Zeichen-Limit, Struktur — sonst entscheidet das Modell, und Sie formatieren nach.
Die Formel gilt für jedes Sprachmodell — ChatGPT, Claude, Gemini · Stand: Juli 2026
Der Unterschied in der Praxis: „Schreibe einen Newsletter über unser Angebot“ liefert austauschbaren Text. „Du bist E-Mail-Marketer für einen Handwerksbetrieb, Zielgruppe Hausbesitzer 40+, schreibe eine Mail mit maximal 150 Wörtern über die Frühjahrs-Wartungsaktion, Ton bodenständig, genau ein CTA“ liefert einen Entwurf, der nach zehn Minuten Feinschliff versandfertig ist. Je mehr echter Kontext, desto weniger generisch die Antwort — deshalb enthalten alle 25 Vorlagen unten Platzhalter in [Klammern], die Sie mit Ihren Angaben füllen.
Strategie-Prompts liefern keine fertigen Entscheidungen, aber hervorragende Entscheidungsvorlagen: strukturierte Optionen, an denen sich diskutieren lässt. Die fünf wichtigsten:
Du bist erfahrener Marketingstratege. Unser Unternehmen: [Branche, Angebot, Region]. Unsere Zielgruppe: [Beschreibung]. Erarbeite drei Positionierungs-Optionen mit je einem Kernversprechen, drei Belegen und einem Ein-Satz-Pitch. Stelle mir vorher fünf Rückfragen, falls dir Angaben fehlen.
Tipp: Die Rückfragen-Anweisung ist der wichtigste Teil — sie verhindert generische Antworten.
Erstelle einen 90-Tage-Marketingplan für [Produkt/Dienstleistung] mit Budget [X €/Monat] und [Y Stunden/Woche] Zeit. Gliedere pro Monat: Ziel, drei Maßnahmen, Kanal, Zeitaufwand, messbare Kennzahl. Format: Tabelle.
Entwickle drei Buyer-Personas für [Angebot]: Rolle, Ziele, Einwände, Informationsquellen — und ihre typischen Suchanfragen bei Google sowie Fragen an ChatGPT. Format: kompakte Steckbriefe.
Tipp: Die Frage nach ChatGPT-Fragen liefert Ihnen nebenbei Ideen für KI-sichtbare Inhalte.
Analysiere die Marketing-Botschaften dieser drei Wettbewerber: [Texte von deren Startseiten einfügen]. Erstelle eine Tabelle: Versprechen, Tonalität, Zielgruppe, Lücke. Leite daraus drei Chancen für uns ab. Nutze ausschließlich die eingefügten Informationen.
Wir haben [X Stunden/Woche] und [Budget] für Marketing. Zielgruppe: [Beschreibung]. Bewerte SEO, Newsletter, LinkedIn, Instagram und Google Ads nach Aufwand, Zeit bis zur Wirkung und Passung zur Zielgruppe. Empfiehl eine Reihenfolge mit Begründung.
Content ist das größte Einsatzfeld — und das mit dem größten Risiko für KI-Einheitsbrei. Diese fünf Prompts erzwingen Substanz, indem sie echte Kundenfragen und vorhandene Texte als Rohstoff nutzen — die strategische Ebene dahinter beschreibt unsere AI-Content-Strategie:
Erstelle einen 3-Monats-Redaktionsplan für [Firma/Thema]: 12 Artikel-Ideen mit Arbeitstitel, Suchintention und drei H2-Vorschlägen. Keine generischen Themen — jede Idee muss eine dieser Kundenfragen beantworten: [3 echte Kundenfragen einfügen].
Tipp: Echte Kundenfragen aus Mails und Gesprächen einsetzen — das trennt brauchbare Pläne von austauschbaren.
Schreibe ein Briefing für einen Artikel zum Thema [X]: Ziel, Zielgruppe, Tonalität, Pflicht-Unterthemen, zu vermeidende Floskeln und fünf Fragen, die der Text vollständig beantworten muss.
Hier ein Textabschnitt: [einfügen]. Schreibe ihn für [Zielgruppe] um: kürzere Sätze, aktive Sprache, konkrete Beispiele statt Behauptungen. Behalte alle Fakten exakt bei und erfinde keine neuen.
Erstelle fünf Title-Varianten (max. 60 Zeichen) und drei Meta-Descriptions (max. 155 Zeichen) für eine Seite über [Thema], Hauptbegriff [Keyword]. Konkreter Nutzen statt Clickbait.
Verwandle diesen Blogartikel in drei Formate: einen LinkedIn-Post (max. 1.200 Zeichen), drei Newsletter-Absätze und ein 30-Sekunden-Videoskript. Jede Version muss eigenständig verständlich sein. Artikel: [einfügen].
Bei E-Mails zählt Präzision: Betreff, Länge, ein einziger CTA. Genau das lässt sich in Prompts hervorragend festschreiben:
Entwirf eine 4-teilige Willkommens-Mailserie für [Angebot]. Pro Mail: Betreff (unter 50 Zeichen), Preheader, Kernbotschaft und genau ein Call-to-Action. Ton: persönlich, ohne Marketing-Floskeln.
Schreibe zehn Betreffzeilen für eine Mail über [Inhalt] an [Zielgruppe]: drei neugierig machende, drei nutzenorientierte, zwei mit Zahl, zwei als Frage. Unter 50 Zeichen, ohne Spam-Trigger-Wörter.
Tipp: Nie die erstbeste nehmen — aus zehn Varianten zwei testen (siehe Prompt 15).
Schreibe eine Reaktivierungs-Mail an Empfänger, die sechs Monate nichts geöffnet haben. Ehrlicher Ton, ein klares Angebot, Abmelde-Option prominent statt versteckt. Maximal 120 Wörter.
Entwickle ein wiederverwendbares Newsletter-Format für [Firma]: vier feste Rubriken mit Zweck und Ziel-Länge — so, dass eine Ausgabe in 60 Minuten erstellt werden kann.
Hier unsere letzte Kampagnen-Mail: [einfügen]. Nenne fünf konkrete A/B-Test-Hypothesen (Betreff, CTA, Länge, Ton, Struktur) — je mit einem Satz, was der Test beweisen soll.
Social-Media-Prompts scheitern meist am Ton — zu glatt, zu amerikanisch, zu viel Emoji. Die Gegenmittel: klare Verbote im Prompt und eigene Themen als Basis:
Erstelle einen 4-Wochen-LinkedIn-Plan für [Person/Firma] mit drei Posts pro Woche: Hook (erste Zeile), Kernaussage, Format (Text, Carousel, Umfrage). Themenbasis: [Themen einfügen]. Keine Motivations-Phrasen.
Schreibe zehn erste Zeilen (Hooks) für einen Social-Post über [Thema]. Jeweils unter zwölf Wörtern, konkret, ohne Clickbait. Zielgruppe: [Beschreibung].
Unter unserem Post steht diese kritische Frage: [einfügen]. Formuliere drei Antwort-Varianten: sachlich-kurz, ausführlich mit Beispiel, mit ehrlicher Gegenfrage. Höflich und souverän, ohne Rechtfertigungston.
Strukturiere ein 8-Folien-Carousel zu [Thema]: Folie 1 Hook, Folien 2–7 je ein Punkt mit maximal 15 Wörtern, Folie 8 Call-to-Action. Inhaltliche Basis: [Stichpunkte einfügen].
Entwirf fünf LinkedIn-Umfragen zu [Thema]: Frage plus drei bis vier Antwortoptionen, die echte Meinungsunterschiede abbilden — und je ein Satz, wie wir die Ergebnisse im Nachfolge-Post verwerten.
Wichtig zu verstehen: ChatGPT kennt Ihren Markt nicht — es strukturiert, was Sie hineingeben. Marktforschungs-Prompts funktionieren deshalb als Auswertungs- und Vorbereitungswerkzeug, nicht als Datenquelle:
Erstelle einen Leitfaden für 30-minütige Kundeninterviews zu [Produkt]: zwölf offene Fragen zu Auswahlprozess, geprüften Alternativen, Einwänden und der Sprache, in der Kunden das Problem beschreiben. Keine Suggestivfragen.
Tipp: Die Kunden-Formulierungen sind Gold: Sie werden später zu Keywords und Anzeigentexten.
Entwirf eine Kundenumfrage mit maximal acht Fragen zum Thema [X]: Mischung aus Skala- und offenen Fragen, neutral formuliert, mit kurzer Intro-Zeile. Unser Lernziel: [was Sie wissen wollen].
Hier 20 Kundenbewertungen: [einfügen]. Clustere sie nach Themen, zähle die Häufigkeiten, zitiere pro Thema eine typische Formulierung und leite aus den Lobpunkten drei Marketing-Botschaften ab. Erfinde nichts dazu.
Liste die zehn wahrscheinlichsten Einwände gegen [Angebot] aus Sicht von [Zielgruppe] — sortiert nach Kaufphase, mit je einer sachlichen Entkräftung ohne Verkaufsdruck.
Formuliere fünf überprüfbare Hypothesen, wie sich das Suchverhalten unserer Zielgruppe [Beschreibung] durch KI-Assistenten verändert — je mit einem einfachen Weg, das mit Bordmitteln (Search Console, Kundengespräche) zu testen.
Einzelne Prompts sind Werkzeuge — die Wirkung entsteht in der Kette. So sieht ein typischer Ablauf mit dieser Bibliothek aus:
Wichtig: Speichern Sie Ihren Kontext-Baustein (Firma, Zielgruppe, Ton) einmal als Textbaustein — er ist der Anfang jedes Prompts und der Grund, warum Ihre Ergebnisse besser sind als die der Konkurrenz mit denselben Vorlagen.
Dieselben Muster kosten in fast jedem Unternehmen Qualität:
Die meisten Unternehmen nutzen ChatGPT nur als Werkzeug — und übersehen, dass ihre Kunden es längst als Suchmaschine nutzen. Während Sie mit Prompts Kampagnen bauen, fragen potenzielle Kunden: „Welcher Anbieter für [Ihre Leistung] ist empfehlenswert?“
Testen Sie es: Fragen Sie ChatGPT nach den besten Anbietern Ihrer Branche in Ihrer Region. Taucht Ihr Name auf — oder nur der Ihrer Wettbewerber? Unsere KI-Sichtbarkeits-Studie 2026 hat 800 solcher Anfragen ausgewertet: KI-Systeme empfehlen sehr konkret einzelne Firmen — und ziehen ihre Empfehlungen aus Quellen, die sich gezielt beeinflussen lassen. Wie das geht, zeigen GEO-Optimierung und KI-SEO. Der beste Marketing-Prompt nützt wenig, wenn die KI bei der Kundenfrage die Konkurrenz nennt.
Die besten Marketing-Prompts folgen der Formel Rolle + Kontext + Aufgabe + Format und enthalten echte Angaben zu Firma, Zielgruppe und Ton. Eine perfekte Universal-Vorlage gibt es nicht — die 25 Prompts in diesem Beitrag decken Strategie, Content, E-Mail, Social Media und Marktforschung ab und werden durch Ihren Kontext individuell.
Beantworten Sie vier Fragen: Wer soll die KI sein (Rolle)? Was muss sie über Firma und Zielgruppe wissen (Kontext)? Was genau soll sie tun — inklusive Verboten (Aufgabe)? Wie soll das Ergebnis aussehen (Format)? Dazu die Anweisung, bei fehlenden Angaben Rückfragen zu stellen — das verhindert die meisten generischen Antworten.
Ja — mit einer wichtigen Einschränkung: ChatGPT hat keine echten Marktdaten über Ihre Kunden. Marktforschungs-Prompts funktionieren als Werkzeug zum Auswerten (Bewertungen clustern, Interviews vorbereiten, Einwände strukturieren), nicht als Datenquelle. Was Sie hineingeben, bestimmt, was Sie herausbekommen.
Für deutsche Marketing-Texte: auf Deutsch. Die Modelle beherrschen Deutsch ausgezeichnet, und deutschsprachige Prompts vermeiden den typischen Übersetzungston. Wichtiger als die Sprache ist der Kontext — ein präziser deutscher Prompt schlägt jeden vagen englischen.
Es kann hervorragende Entwürfe und Entscheidungsvorlagen erstellen — Optionen, Pläne, Priorisierungen. Die Entscheidung selbst braucht Ihr Wissen über Markt, Budget und Kunden. Gefährlich wird es, wenn KI-Strategien ungeprüft übernommen werden: Das Modell kennt weder Ihre echten Zahlen noch Ihre Wettbewerbssituation.
Die fünf teuersten: Prompts ohne Kontext, die erste Antwort übernehmen, Fakten nicht prüfen, KI-Texte unbearbeitet veröffentlichen und Kundendaten in Prompts einfügen. Und der strategische blinde Fleck: nicht zu prüfen, was ChatGPT Ihren Kunden über Ihre Firma erzählt.
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Senior SEO-Spezialist · NeuRank
15+ Jahre SEO-Erfahrung, spezialisiert auf KI-Suchoptimierung (GEO, LLMO) für den Mittelstand.